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Joseph Breitbach

Joseph Breitbach (*20. September 1903 in Koblenz-Ehrenbreitstein † 9. Mai 1980 München) war ein deutsch-französischer Schriftsteller und Publizist, der seit 1929 überwiegend in Frankreich lebte und sich für eine Verbesserung der kulturellen und politischen deutsch-französischen Beziehungen einsetzte.

Breitbach war Sohn des Rektors der Ehrenbreitsteiner Volksschule; er verließ das Gymnasium vor dem Abitur. Zeit seines Lebens besessen von Politik, sozialen Themen, Literatur und Malerei, widmete er sein schriftstellerisches Gesamtwerk der radikalen Aufklärung des Missbrauchs von Macht. Er interessierte sich für die Wirklichkeit des kleinen Mannes und thematisierte noch vor Siegfried Krakauers Studie (1930) in seinen Erzählungen das Schicksal der Angestellten.
Schon vor Hitlers Machtergreifung übersiedelte er endgültig nach Paris. Erst Anfang der 60er-Jahre nahm er wieder einen zusätzlichen Wohnsitz im deutschen Sprachraum, in München.

Zusätzlich zu seiner kontinuierlichen Tätigkeit als Schriftsteller zwischen 1921 bis 1980 nahm er, motiviert durch seine persönliche Erfahrung am Ende des Ersten Weltkrieges und getrieben von der Sorge um bessere nachbarschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, als Berater und Publizist starken Einfluss auf die politischen und kulturellen Aktivitäten beider Länder. Über Jean Schlumberger hatte er seit Mitte der 30er-Jahre direkten Zugang zu hochgestellten Persönlichkeiten in der französischen Regierung, desgleichen nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland durch Wilhelm Hausenstein, dem ersten deutschen Botschafter in Frankreich, und General Hans Speidel.
Als in seiner Jugend mit dem Kommunismus Sympathisierender und Kenner der marxistischen Lehre stellte er sich sehr früh gegen den Marxismus, warnte unablässig führende Politiker und Verantwortliche im Kulturbereich vor den ständigen Versuchender Sowjetunion über die DDR in der BRD Einfluss zu gewinnen und führte das Beispiel Frankreichs an.
Sein Hauptwerk, Bericht über Bruno, 1962 erschienen, wurde zum Bestseller und in sieben Sprachen übersetzt. Klaus Günther Just: Ich habe ... Ihr Werk als einen der großen politischen Romane unseres Jahrhunderts begrüßt, "politisch" ... im Sinne eines sehr tiefen und sehr genauen Einblicks in die Mechanismen der Macht, ... (Brief an Joseph Breitbach, 29.November 1972). Gerhard Schmidt-Henkel: Der Roman operiert mit Empirie und erhebt sie ins Parabolische (Schmidt-Henkel, Die Dialektik von Macht und Moral, Meditations/Vermittlungen, Berne, Lang, 1992).
Seit 2006 erscheint die Werkausgabe Joseph Breitbach.
Dank seiner ungewöhnlichen politischen Weitsicht und seinem Geschick im Anlegen von Geld schaffte er sich ein Vermögen. Neben Josef Roth und Wolfgang Koeppen gab es viele weitere Schriftstellerund Maler, die er unterstützte.
Seit 1998 wird der Joseph-Breitbach-Preis an deutschsprachige Autoren verliehen.

  1. Leben
    1. Kindheit und Schule
      Josef Breitbach, der später die französische Schreibweise Joseph annahm, kam als zweites Kind des Rektors der Volksschule Johann Breitbach und seiner Frau Charlotte, geb. Saleck, in Koblenz-Ehrenbreitstein im Schulhaus in der Charlottenstraße 58 zur Welt. Das Schulhaus dient heute als Rheinmuseum. Breitbach wuchs im kaiserlichen Residenzstädtchen Ehrenbreitstein in einem katholischen Elternhaus auf. Er hatte eine ältere Schwester Paula und zwei jüngere Schwestern, Theresa, genannt Resy, und Christa. Der Briefwechsel von Resy Breitbach mit Robert Walser wurde in der Robert-Walser-Gesamtausgabe veröffentlicht.
      Während der Vater von Josef als gütig wahrgenommen wurde, empfand er seine Mutter als ablehnend und kalt. Die dritte prägende Figur seiner Kindheit war der Großvater mütterlicherseits Peter Joseph Saleck, der als Königlicher Revierförster bei den Fürsten Aremberg in der Eifel das Forsthaus bewohnte, in dem Josef als Kind die Sommerferien verbrachte. Nach der Grundschule bei seinem Vater besuchte er das Kaiserin-Augusta-Gymnasium in Koblenz, das er 1921 ein Jahr vor dem Abitur verließ, um Buchhändler zu werden.
      Schon seit seiner frühen Jugend legte Breitbach sich eine Bibliothek in seinem Zimmer im Schulhaus an, deren größter Teil die Bereiche Theologie, Philosophie und Politik ausmachten. Gleichzeitig wandte er sich der französischen Sprache und Literatur zu. Breitbach hatte bereits als Schüler französische Lyrik, Literatur und Geschichte gelesen und informierte sich ständig über den aktuellen literarischen Betrieb in Frankreich. Schon vor 1924 unterhielt er Briefwechsel mit zwei französischen Schriftstellern, mit Valery Larbaud und Jacques Rivière, Autoren der modern orientierten Zeitschrift Nouvelle Revue Française, deren Programm und Autoren dem berichtenden Erzählstil von Breitbachs späterem Werk nahe standen. Breitbach empfahl Rivière deutsche Autoren für den Abdruck in der Zeitschrift, in der auch russische, spanische, amerikanische und andere Schriftsteller der Weltliteratur zu lesen waren.
      Bei Ausbruch des 1. Weltkriegs war Breitbach elf Jahre alt. Die Stadt Koblenz wurde seit 1919 von amerikanischen Truppen besetzt. Der Krieg, das Chaos, das er anrichtete in der menschlichen Gemeinschaft und den politischen Beziehungen, wurden zum prägendsten Eindruck in Breitbachs Leben. Er sah sich aufgefordert, am Leben der Gemeinschaft und Politik öffentlich teilzunehmen.
      Ab 1921 schrieb er Gedichte, Erzählungen und Artikel und begann seinen ersten Roman, Die Wandlung der Susanne Dasseldorf. Zum Schreiben drängte ihn der Typ des Knaben, der schon in der Kultur Stefan Georges zum Gegenstandder sexuellen und ästhetischen Befriedigung, des Missbrauchswurde, gleichzeitig aber der bürgerlichen Doppel-Moral zum Opfer fiel. Aus den Briefen, die im Begleitband zur Dasseldorf, Ich muss das Buch schreiben, veröffentlicht sind, geht hervor, dass er in diesem Buchseine eigenen Erfahrungen im Umfeld soldatischer Lebensformen seiner Heimatstadt Koblenz eingebracht hat. Bereits in seinem ersten Roman wollte er die Scheinheiligkeit der Gesellschaft entlarven.

    2. Beruf
      Nachdem er in der Rheinischen Rundschau als Leiter des Sportteils und der Literaturbeilage von 1921 bis April 1924 gearbeitet hatte, wechselte er im Sommer 1924 zum Kaufhaus Leonhard Tietz in Koblenz - dem heutigen Kaufhof - als Verkäufer in die Buch- und Musikalienabteilung.
      1924 kann er sich endlich den langersehnten Wunsch erfüllen, zum ersten Mal nach Paris zu reisen. Als 17-Jähriger besaß Breitbach bereits 66 Gemälde und Zeichnungen. Er sammelte mit Leidenschaft deutsche Maler wie z.B. Paul Klee, den er bei der Galerie Alfred Flechtheim in Berlin kaufte. Wenn sein Gehalt nicht reichte, machte er bedenkenlos Schulden. Er liebte Hans Thoma, Marie Laurencin, André Derain und rheinische Expressionisten wie Alexander Mohr, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Er kannte Wilhelm Uhde, den Entdecker von Helmut Kolle, von dem er später drei Werke besaß. Er traf Max Ernst und Paul Strecker.
      Auseinandersetzungen mit der Mutter veranlassten ihn, Koblenz zu verlassen.
      Ende August 1925 übersiedelte er nach Augsburg, wo er im Kaufhaus Landauer als Leiter der Buchabteilung begann. Blond bebrillt, lebhaft und noch blutjung, war er zum Leiter der Buchhandlung geworden und in Kürze hatte er deren Gesicht verwandelt. Nie hätte er ein Buch verkauft, das er nicht gelesen hätte. (Doris Lieb, Augsburger Allgemeine, 30. Oktober 1971, Seite 42).
      Neben seiner Arbeit als Buchhändler veröffentlichte er Essays und Feuilletons zu Literatur und Politik. Als ersten Artikel publizierte er 1925einen Nachruf auf Jacques Rivière, den französischen Autor und Leiter der Nouvelle Revue Française. Breitbach etablierte sich unter den neuen jungen Autoren Deutschlands neben Anna Seghers, Marieluise Fleißer und Hermann Kesten.
      In seiner radikalen Stellungnahme für die Probleme und Rechte des Volkes fand er Sympathisanten in den Kreisen um Max Brod in Prag, wohin er 1926 reiste. 1927 lud Stefan Zweig ihn über Weihnachten nach Salzburg ein. Im gleichen Jahr lernte er Julien Green kennen, dessen Freundschaft er vor allem wegen der substanziellen Auseinandersetzung über Religion und Theologie suchte.
      1928, mit Erscheinen seiner Erzählungen Rot gegen Rot, in dem er das Los der Angestellten im Warenhaus darstellte, provozierte er seine Entlassung und er fand sich auf der Straße wieder, ohne Hoffnung, als linker Autor eine neue Anstellung zu finden.
      Ende 1928 schlug Franz Carl Weiskopf ihm vor, bei Willi Münzenbergin den Neuen Deutschen Verlag in Berlin einzutreten, wo er rund drei Monate als Lektor arbeitete. Scharfsinnig und im Denken unabhängig, was Breitbach immer auszeichnete, entdeckte er bald, dass seine Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit sich von denen der Kommunistischen Partei unterschieden.
      Er beschloss, sich als freier Schriftsteller zu etablieren und ging mit einem Vorschuss der Deutschen Verlags-Anstalt im Sommer 1929 nach Toulon und begann, das Theaterstück Mademoiselle Schmidt zu schreiben, das, wie Rot gegen Rot, im Warenhaus spielt.
      In diese Zeit fällt seine Abkehr vom Kommunismus, die er später so formulierte: Ich bin mit dem Herzen in die Partei eingetreten und mit dem Verstand wieder ausgetreten. (in: Programmheft zur Uraufführung von Genosse Veygond, Theater der Stadt Baden-Baden, Spielzeit 1970/71).
    3. Freier Schriftsteller
      Befreit von beruflichen Verpflichtungen, konnte er sich nun ganz seiner schriftstellerischen Tätigkeit widmen, die er schon als 17-Jähriger begonnen hatte, mit dem pragmatischen Ziel, die Leiden des besetzten Rheinlandes endlich in ein wahres Licht zu rücken. Das Prinzip zu entlarven, bestimmte sein ganzes Werk. (Die Kolonne, 1929: Ich glaube an kein Ideal in der Politik. Das Warum und die Tendenzen meines Schaffens lassen sich in einem Wort ausdrücken: Entlarven.)
      Schon von Koblenz und Augsburg aus suchte er Kontakte zu Malern und Schriftstellern. Breitbach in einem Brief vom 9. Januar 1924: Die Interalliierte Rheinlandkommission ist ein Asyl für Dadaisten, Surrealisten, pourtoutessortes de poètes.
      Breitbach förderte die Übersetzung deutscher Autoren durch Empfehlungen an die NRF, insbesondere von Franz Kafka. Über die NRF ergab sich der Kontakt zu André Gide, die Autoren um die NRF, Roger Martin du Gard, Jean Paulhan, André Malraux, Henry Deberly und zu Jean Schlumberger, mit dem ihn eine lebenslange, literarische und politische Freundschaft verband.
      1930 zahlreiche Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften, erste Begegnung mit Thomas Mann, Golo und Klaus Mann, Ödön von Horvath. In Koblenz, Berlin und Paris Weiterarbeit an der Dasseldorf, die im November 1932 bei Kiepenheuer erschien.
      Seine politischen und literarischen Beziehungen in Frankreich erweiterten sich ständig und im Oktober 1931 ließ er sich zum ersten Mal mithilfe von Jean Schlumberger in Paris nieder und mietete eine Wohnung: 21, Place Dauphine.
      1933 wurden seine Bücher in Deutschland verboten und verbrannt. (Erst 1946 konnte er nach Deutschland zurückkehren.) Er versuchte, in Frankreich deutschen Emigranten zu helfen. So überließ er z.B. während seines mehrmonatigen Aufenthalts in Griechenland dem emigrierten Hermann Kesten seine Pariser Wohnung. 1934 Polemik und Bruch mit Klaus Mann, wegen dessen Angriff auf Breitbachs Integrität; Klaus Mann unterstellte ihm Sympathien für die Nazis. Golo Mann, der seinem Bruder damals wegen dessen mangelnder Französischkenntnisse zu Hilfe kam, hat nach 1945 sein Bedauern über diese Angriffe seines Bruders ausgedrückt und sich bei Breitbach mehrfach entschuldigt.
      Fortlaufende Arbeit an einem großangelegten Roman, Clemens, einer Auseinandersetzung mit der Unmenschlichkeit von Ideologie und Religion.
      Umzug am 1.1.34 in die 7, Rue Sebastien Mercier und 1936 in 7, Rue du Val de Grâce.
      Anfang 1935 starb der Vater in Koblenz. Die Familie benachrichtigte ihn absichtlich zu spät, um seinen Besuch in Deutschland zu verhindern. Fast gleichzeitig erschien im Verlag Gallimard Rival et Rivale, die französische Ausgabe der Dasseldorf. Außerdem erschienen zwei Erzählungen in französischen Zeitschriften.
      Februar 1937 Reise mit Aline de Mayrisch und Jean Schlumberger nach Zürich, um mit dem Oprecht Verlag (Europa Verlag) und dem als Herausgeber vorgesehenen Thomas Mann die Gründung von Maß und Wert, dem literarischen Forum für die wachsende Zahl der deutschsprachigen emigrierten Schriftsteller, sicherzustellen. In der ersten Nummer im September 1937 erschien das Eingangskapitel von Clemens.
      Mit großer Sorge verfolgte er weiterhin die Entwicklung im nationalsozialistischen Deutschland. Schon 1935 warnte er vor der Annexion Österreichs, 1938 prophezeite er Hitlers Eroberungskriege und die Rolle Pétains in Frankreich. (Julien Green: Dans la gueule du temps. Tagebuch. Paris 1978.)
      Dezember 1938 bis Februar 1939: Besuch der 1935 ausgewanderten Schwester Theresa in Brasilien.
      Nach dem Tod des Großvaters Saleck 1932 erhielt die Familie eine Erbschaft und Breitbach begann, an der Börse Geschäfte zu machen. Im Juni 1939 verfügte er über ein Vermögen von 1 Million Francs.
      1. Politische Arbeit
        Der in seinen Schriften politisch und sozial orientierte Schriftsteller sah in der nationalsozialistischen Bedrohung für Europa für sich die weitere unbedingte Notwendigkeit, politisch tätig zu bleiben.
        Schon 1937 gelang es ihm gemeinsam mit Maurice Noël, den in Frankreich einflussreichen Jean Schlumberger zu überzeugen, im Figaro regelmäßig Leitartikel über die sich zuspitzende, den Frieden bedrohende Lage zu schreiben. Breitbachs politisches Temperament und seine Weitsicht waren die treibenden Kräfte hinter den von Schlumberger gezeichneten Artikeln.
        Um den Franzosen die Gefahr des nazistischen Gedankenguts zu vermitteln, erreichte er mit Schlumbergers Hilfe das Erscheinen von La Revolution du Nihilisme, die Übersetzung von Hermann Rauschnings Die Revolution des Nihilismus. Tischgespräche mit Hitler.
    4. Engagement gegen Hitler
      1. Freiwillig gegen Hitler
        Im August 1939 meldete Breitbach sich als Freiwilliger zur französischen Armee für die Dauer des Kriegs gegen Hitler. Seinen deutschen Pass hatte er bereits 1938 zurückgegeben und die französische Staatsangehörigkeit beantragt. Als Staatenloser wurde er bei Kriegsausbruch in Frankreich interniert, kam mithilfe von französischen Freunden nach zwei Monaten frei.

      2. Mission im Auftrag des französischen Militärischen Nachrichtendienstes in der Schweiz
        Mitte Februar 1940 ging er im Auftrag der Securité Militaire nach Zürich und Anfang September 1940 aus der Schweiz ins unbesetzte Südfrankreich. In Marseille lebte er unter verschiedenen Namen, schrieb weiter an seinem Roman Clemens und hielt Kontakt mit seinen früheren Dienststellen.

      3. Unterstützung deutscher Emigranten im nicht-besetzten Frankreich
        Der Zürcher Verleger Emil Oprecht nutzte Breitbachs Kontakte und ließ über ihn deutschen Emigranten, von denen sich viele in Sanary aufhielten, Geld zukommen. Das Emergency Rescue Committee, das der Amerikaner Varian Fry leitete, hatte Breitbach ein Ausreisevisum für die USA besorgt, das er aber an einen Emigranten namens Goldschmidt weitergab.

      4. Flucht nach Clairac
        In November 1942 wurde er rechtzeitig gewarnt und konnte Marseille verlassen, ehe der ganze Süden Frankreich von der Wehrmacht besetzt wurde. Breitbach konnte sich nach Vichy durchschlagen. Sein Freund Paul Ravoux, der ihn zur Securité Militaire geholt hatte, verschaffte ihm falsche Papiere auf den Namen Joseph Brion, geboren in Alger. Anschließend fand er Unterschlupf bei Louise Schlumberger in Clairac, der Schwägerin von Jean Schlumberger. Während der Besatzung der französischen Kleinstadt durch die Nazis hielt er das deutsche Manuskript des Clemensversteckt und schrieb auf Französisch weiter.
        Breitbach, der zeitlebens mit seiner Gesundheit zu kämpfen hatte, konnte erst im Dezember 1944 nach Paris zurückkehren. Eine Operation und ihre Folgen hielten ihn in Clairac zurück.

      5. Rückkehr ins befreite Paris
        Schon während des Kriegs hatte Breitbach erfahren, dass seine Pariser Wohnung und sein Banksafe geplündert worden waren (siehe auch Strahlungen, die Kriegstagebücher von Ernst Jünger, Panzerschrankaffäre). Neben seiner Bibliothek und Bildern hatte er vor allem Korrespondenzen, Tagebücher und Manuskripte verloren.


      6. Im November 1945 erhält Breitbach die französische Staatsbürgerschaft.

    5. Einsatz für die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich
      Aus dem Geist des Mayrisch-Komitees heraus, der die Freundschaft zwischen Breitbach und Schlumberger von Anfang an prägte, setzten beide ihre Bemühungen um ein besseres Verständnis zwischen Frankreich und Deutschland fort.
      1. Einsatz für deutsche Kriegsgefangene
        Dank seiner guten persönlichen Beziehungen zu hohen französischen Regierungsstellen konnte Breitbach die Lebensbedingungen und Perspektiven der deutschen Kriegsgefangenen sowie deren Behandlung durch die französische Justiz verbessern.

      2. Reisen ins besetzte Rheinland im Auftrag französischer Behörden
        Breitbachs Berichterstattung ans französische Außenministerium fiel besonders effektiv aus, weil er als Rheinländer durch seine privaten Kontakte ungeschminkte Beschreibungen der Zustände erhalten konnte.

      3. Saarfrage
        Wie schon 1919 tauchte die Gefahr einer Annexion des Saarlandes durch Frankreich wieder auf. In Fortsetzung seiner großer Sorge, einen sich wiederholenden Streitfall gar nicht erst entstehen zu lassen, suchten Breitbach und Schlumberger über den Figaro, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und verstärkten ihre Einflussnahme durch direkte Interventionen am Quai d´Orsay, dem französischen Außenministerium. Im Nachwort der Werkausgabeseines politischen Romans Bericht über Bruno, erschienen 2009, wird der gemeinsame Einsatz von Breitbach und Schlumberger erstmals ausführlich geschildert.

      4. Pariser Korrespondent für Die Zeit
        Von 1948 bis 1952 berichtete er über französische und internationale Politik aus Paris u.a. unter dem Titel Ost gegen West im Gerichtssaal über den damals aufsehenerregenden Prozess des sowjetischen Überläufers Victor Krawtschenko gegen Les Lettres Françaises, einer kommunistische Zeitschrift. Breitbachs Kenntnis der KPF, ihrer Strukturen und ihrer Abhängigkeit von Moskau machten ihn zum kompetenten Analysten des Prozesses.
        Im November 1956 zog Breitbach an die später berühmt gewordene Adresse 1, Place du Panthéon. Die Gespräche, die Joseph Breitbach bei den Tafelrunden in seinem diskret raffiniert eingerichteten Heim am Place du Panthéon, im Zentrum des alten Paris, seit 1945 durchführte, haben mehr für die Wiederaufnahme der deutsch-französischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg geleistet als viele Kongresse und Betriebstagungen (Robert Minder in Wechselrede, Seite 115).

        Seit Sommer 1961 unterhielt er auch einen Wohnsitz in München.

    6. Wiederaufnahme der schriftstellerischen Tätigkeit
      Seine politische Arbeit nahm Breitbachs Zeit in Anspruch, die ihm für eigenes literarisches Schaffen fehlte. Sein Versuch, den Clemens wiederaufzunehmen, scheiterte. In seinem unvollendeten Roman Frau Berta beschäftigte er sich mit der neuen Bundesrepublik. Er beobachtete bei Besuchen in der BRD, dass hohe Ämter mit ehemaligen Nazis besetzt waren, vor allem in der Justiz. Die sich daraus ergebenden ethischen und moralischen Konflikte wurden zum Thema in Frau Berta. Ein Kapitel aus diesem Roman, die Rabenschlacht, wurde später als Meisterwerk bezeichnet.
      Gleichzeitig erarbeitete er mit Jean Schlumberger die Gesamtausgabe seiner Werke für den Verlag Gallimard, die 1958 abgeschlossen wurde und ihm gewidmet ist.
      1962 erschien Bericht über Bruno, der sofort zum Bestseller wurde. Der Roman gilt heute noch als der einzige deutschsprachige politische Roman, dessen Themen Macht und Moral seit Erscheinen zu keinem Zeitpunkt an Aktualität verloren haben. Für die von ihm selbst geschriebene französische Version Rapport sur Bruno, erhielt er 1965 den Prix Combat.
      Der Roman wurde in sechs Sprachen übersetzt.
      Im Theaterstück La Jubilaire griff Breitbach auf den Erzählraum des Warenhauses und der Angestellten aus Rot gegen Rot zurück. 1960 kam es zur Uraufführung in Paris und 1962 zur deutschen Erstaufführung in Nürnberg.
      Seine lebenslange Auseinandersetzung mit dem Kommunismus ließ ihn immer wieder vor dessen Anspruch und Missbrauch warnen, was er in Genosse Veygond oder Hinter den Kulissen (1970) thematisierte. Das Stück wurde in Deutschland und Frankreich gespielt.
      Als einer der wenigen setzte er sich in Requiem für die Kirche (1971) mit Anspruch und Wirklichkeit der katholischen Kirche auseinander. Die Gläubigkeit des einfachen Menschen an Ideologie und Religion waren für ihn als Schriftsteller das Hauptanliegen.
      In satirischer Umkehrung eines barocken Erbauungsromans, Das blaue Bidet oder Das eigentliche Leben (1978), karikierte er eigene Schwächen und seinen Blick auf die moderne Welt.
      Er starb am 9. Mai 1980 in München, die Urne befindet sich dort im Alten Bogenhausener Friedhof.

      Noch sein kurz vor dem Tod fertiggestelltes Theaterstück Zweierlei Helden beschäftigt sich mit dem Konflikt, sich zwischen persönlichem Gewissen und Politik zu entscheiden.

      Breitbachs schon 1929 formulierte Entschlossenheit zu entlarven, wertete der Journalist und Marxismuskenner Heinz Abosch 1978, bezogen auf den Kommunismus, mit diesen Worten (Wechselrede, Seite 167): Er [Breitbach] hat mit dem "Weltgeist" keine zweideutigen Geschäfte gemacht. Nicht dass er alles vorher wußte - wer hätte es vermocht? - er hat sich die Sache sehr aus der Nähe angesehen, hat sie geprüft und als zu leicht abgewiesen. Welch eine Lektion kritischer Prüfung, makellosen Sachverstandes von seiten eines jungen Mannes in den zwanziger Jahren! Was würdevolle Köpfe des europäischen Geistes nicht fertigbrachten, das gelang ihm anscheinend fast mühelos. Von seinem kritischen Verstand gewarnt, stutzte er. Die Weigerung sich verführen zu lassen, ist umso erstaunlicher, als sich der Sowjetkommunismus noch nicht in den Exzessen der dreißiger Jahre darbot.

  2. Joseph-Breitbach-Preis

    1. Nach seinem ersten Herzinfarkt 1968 beschloss Breitbach, sein Vermögen in eine Stiftung einzubringen. Seit 1998 wird jedes Jahr der nach ihm benannte Joseph-Breitbach-Preis an deutschsprachige Autoren verliehen. Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und die Stiftung Joseph Breitbach haben eine Jury mit sieben Mitgliedern bestimmt, die jedes Jahr einen Preisträger oder eine Preisträgerin wählt. Das Preisgeld richtet sich nach dem Ertrag des Stiftungsvermögens. Die Geburtsstadt Joseph Breitbachs, Koblenz, richtet seit 2003 die Verleihung des Preises aus.

      Bis 2011 wurden 26 Autoren ausgezeichnet. Die Stiftung hat dafür über 1,1 Millionen Euro bereitgestellt.
      Bisherige Preisträger: Hans Bösch, Friedhelm Kemp, Brigitte Kronauer, Reinhard Jirgl, Wolf Lepenies, Rainer Malkowski, Ilse Aichinger, W.G. Sebald, Markus Werner, Thomas Hürlimann, Ingo Schulze, Dieter Wellershoff, Elazar Benyoetz, Erika Burkart, Robert Menasse, Christoph Meckel, Herta Müller, Harald Weinrich, Raoul Schrott, Georges-Arthur Goldschmidt, Wulf Kirsten, Friedrich Christian Delius, Marcel Beyer, Ursula Krechel, Michael Krüger, Hans Joachim Schädlich.

  3. Der literarische Nachlass

    1. Der literarische Nachlass, einschließlich des französischen Teils, liegt im Deutschen Literaturarchiv Marbach mit Ausnahme der Korrespondenz mit Jean Schlumberger.

    2. Die Korrespondenz mit Jean Schlumberger liegt in der Französischen Nationalbibliothek, in der Handschriftenabteilung der Bibliothèque Doucet.

  4. Rezeption - Zitate aus deutschen und französischen Medien

    Die Wiederauflage seiner Werke seit 2006 hat dem Autor Joseph Breitbach nahezu einmütige Bewunderung beschert. Derselbe Autor, dessen Anfänge in den zwanziger Jahren bis zur Machtübernahme Hitlers zu den größten Hoffnungen Anlass gegeben hatte, ist dank der Werkausgabe wieder präsent. Nach dem Krieg hatte Breitbach vor allem mit seinem Roman Bericht über BrunoErfolg. Breitbach lebte in Paris, war finanziell unabhängig, ließ sich von keiner Partei vereinnahmen und weigerte sich, Daten zu seiner Biographie zu geben - diese Umstände überschatteten aber in den Augen vieler Kritiker die literarische Produktion Breitbachs. Ein Autor, der gleichzeitig Mäzen junger Autoren und in zwei Ländern politisch einflußreich war, das passte nicht in das von Spitzweg geprägte Bild des deutschen Schriftstellers.
    Die Kritiker der 60er- und 70er-Jahre, die nur allzu gern Breitbachs Lebensstil und seine politische Haltung kritisierten, haben Platz gemacht für eine neue unbefangene Generation und die Jungen lesen Breitbach neu und - das ist bemerkenswert - sie schließen an die positive Rezeption der 20er-Jahre an. Breitbachs gesammelte Erzählungen, unter dem Titel Rot gegen Rot in der Werkausgabe 2008 erschienen, erregten besonderes Aufsehen. Die Proust-Biographin Renate Wiggershaus spricht in der Frankfurter Rundschau von seinen Erzählungen als kleinen Meisterwerken, nennt sie brillant und authentisch. Sie lobt einen Autor, dem man anmerkt, dass er seine Schauplätze nicht erfand: Und er hatte den Alltag der Arbeiter und Angestellten, das Verhalten der Parteigenossen und Ordnungshüter, die Direktiven der Rayonchefs und Konzernherren sehr genau studiert. So stellt der Band eine erzählerische Dokumentation bewegender Zeitgeschichte dar. Brillante Dialogführung, lebensechte, mit nur wenigen Strichen gezeichnete Charaktere, plastische Umgangssprache, überraschende Handlungsabläufe machen die Erzählungen zu kleinen Meisterwerken. Breitbachs Freund Julien Green pries die formalen Fertigkeiten, im düsteren Clemens-Fragment: Das Erzählte wird vermittelt wie von einer rastlosen Trommel.(Renate Wiggershaus, Der Angestelltenkenner in: Frankfurter Rundschau, 9. Januar 2009).
    Bernd Blaschke, vergleichender Literaturwissenschaftler und Frankreichkenner, hält die Erzählung Brief des Pharisäers für außerordentlich gelungen: Ein erzählerischer Höhepunkt unter den 12 Erzählungen - von denen 4 als etwas ausgreifendere Novellen gelten können und 8 als pointierte Kurzgeschichten - ist Brief des Pharisäers. Hier wird in der Form eines anklagenden Briefes, mithin weitgehend in der seltenen Du-Form, vom Leben und Sterben einer (aus Armenien stammenden) Jüdin im besetzten Paris erzählt, die trotz aller Gefahren ihrer Obsession für stiefeltragende deutsche Besatzungssoldaten nachgeht. Breitbach gelingt es hier, in der raffinierten Erzählperspektive des ehemaligen Arbeitgebers der Jüdin, der diese wegen ihrer überragenden Kenntnis vieler Sprachen sehr zu schätzen wusste, einen intensiven und dichten Text über Begehren und Gewalt, über Moral, Feigheit und Verrat zu stricken. (Bernd Blaschke, Exzentrischer Insider der Deutschen Literatur, in: Literaturkritik.de., 22. Juni 2009)
    In der Wormser Zeitung steht über die Titel-Erzählung Rot gegen Rot zu lesen: Die Parallelen zur Gegenwart des 21. Jahrhunderts sind frappierend: Der geldgierige Warenhausdirektor, der die Angestellten zu Überstunden anhält, um seinen Profit zu vergrößern. Die Ausgebeuteten selbst, die aus Angst, ihre Arbeit zu verlieren, bei unbezahlter Mehrarbeit nicht aufmucken. Sie alle lassen die Erzählungen in ihrer expliziten Betonung des gesellschaftlichen Obens und Untens zeitlos erscheinen,und sie sieht in allen Erzählungen einen zeitlos aktuellen Sozialkritiker. (Christine Cornelius, Warenhaus verkörpert die ganze Welt, in: Wormser Zeitung, 28. Oktober 2008).
    Schließlich macht Martin Mosebach eine Entdeckung mit der Erzählung Die Raben. Der Mensch allein, im unterdrückungsfreien Naturzustand auf freier Wildbahn als Gebärer der schwärzesten Teufelei - welches idealistische Konzept sollte sich auf eine solche Anthropologie noch beziehen können? Es überrascht, den mondänen und lebensgenießenden Mann, der Breitbach in der Erinnerung vieler Zeitgenossen war, in solcher Verzweiflung zu erleben. Dass er sie nur in diesem einzigen, aber sehr gewichtigen Text zum Ausdruck brachte, gehört auch zu den Charakteristika einer Kontrolliertheit, der er sein Lebenswerk unterwarf. (Martin Mosebach, Nur der Liftboy ist auf allen Etagen zu Hause, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.Oktober 2008).
    Der französische Germanist Robert Minder fand unmittelbar nach Erscheinen der Erzählung Brief des Pharisäers Worte der Bewunderung: Der Titel ist sehr hervorstechend und gleichzeitig amüsant und hält der sehr lebendigen Lektüre eines verführerischen Textes stand. Ich habe natürlich Ihre armenische Jüdin gleich erkannt ... aber so, wie ich sie hier vorfand, ist sie transponiert in eine Figur, die man als perfekte Kunst bezeichnen möchte. Sie haben es vor allem verstanden, die Zutaten einer gelungenen Erzählung zu vermischen: Intrige, Gegenwart und Vergangenheit. Diese Quintessenz von einem opulenten Bundesbürger mit seinem schlechten Gewissen und die durch die heraufbeschworenen Erinnerungen wieder ins Leben tretende merkwürdig gequälte Person mit ihrer Unersättlichkeit. (Robert Minder an Breitbach, Paris 23. Juni 1966).
    Der Aufstieg und frühe Erfolg des jungen Breitbach wurde von vielen bekannten Schriftstellern und Kritikern verfolgt. Von Stefan Zweig angefangen, rezensieren viele Schriftsteller seinen ersten Erzählband Rot gegen Rot. So lobt Max Brod die einfache Sprache des Lebens,Konflikt mit der Partei, wankende Moral und das einfache Herz, das ohne besonderen romantischen Aufwand die Sache so zu Ende führt, daß in dieser elenden Welt eben doch nochknapp gelebt werden kann. Ein Buch der Tatsachen. Die Tatsachensprechen oft einen Argot, der gelernt sein will. Aus diesem Buch eines jungen Erzählers ist viel zu lernen (Max Brod, Prager Tagblatt, 31. Dezember 1928). Gerhard Pohl, W. E.Süskind, Hermann Kesten, Erich Kästner, Hans Flesch, alle sehen in ihm einen großartigen hoffnungsvollen Erzähler, aber auch bereits seinen Anspruch ... was ihn bemerkenswert macht, das ist eine gewisse Erbitterung, die zwischen dem fröhlichen physischen Stil hervorleuchtet, das ist eine gewisse moralische Tendenz, die man auf den ersten Blick bei diesen heiteren Erzählungen eines photographierenden, eines referendierenden Autors garnicht vermutet. Diese völlige überparteiischeTendenz, dieser nicht jugendlich unzufriedene, dieser weltverbessernde Wille des Autors trägt sich nicht selber vor,ist nicht plakatierte Forderung, sondern wird künstlerisch, wird Stilmittel. (Hermann Kesten, Berliner Börsen-Courier, 17. Februar 1929). Kesten spricht auch von Breitbachs Unbestechlichkeit (Neue Leipziger Zeitung, 28. Juli 1929). In Frankreich erscheint der Erzählband 1948 unter dem Titel Le Liftieramoureuxin acht Auflagen.

    Der erste große historische Roman Breitbachs von 1932, Die Wandlung der Susanne Dasseldorf, ist nach dem Krieg in Vergessenheit geraten, dabei ist er in der Genauigkeit der Schilderungen historischer Ereignisse und sozialer Zustände einzigartig in der deutschen Literatur der Neuen Sachlichkeit. Sein Wiederauftauchen im Rahmen der Werkausgabe wurde mit Erstaunen registriert. Ulrike Baureithel bemerkte im Berliner Tagesspiegel: Während sie und viele andere in keiner Literaturgeschichte fehlen, wird man nach Joseph Breitbach vergeblich fahnden, obwohl der 1903 Geborene zu dieser Gruppe [Ob Ernst Jünger oder Ernst von Salomon auf der einen, Ernst Glaeser, Erich Maria Remarque oder Klaus Mann auf der anderen Seite, für alle (männlichen) Autoren dieser Gruppe begründeten das "Kriegserlebnis" und die unmittelbare Nachkriegszeit entscheidend ihren literarischen Ruhm] gehört und das Thema bedient. Wenn überhaupt, ist Breitbach heute eher in Verbindung mit dem von ihm gestifteten, höchstdotierten deutschen Literaturpreis verbunden - und mit seinem Roman Bericht über Bruno (1962). Sein Erzähldebüt Rot gegen Rot ist höchstens Fachleuten bekannt, undso gut wie nie erwähnt wird Die Wandlung der Susanne Dasseldorf - obwohl oder gerade weil der 1932 erschienene, über 500 Seiten starke Roman zu den ersten gehörte, der von der NS-Studentenhorde den Flammen übergeben wurde. (Ulrike Baureithel, Die Jugend von Damals, in: Der Tagesspiegel Berlin, 31. Dezember 2006).

    Als der Roman 1935 unter dem Titel Rival et Rivalein Paris erschien, war der Erfolg nicht nur bei Literaturkritikern, sondern auch bei der historisch interessierten Leserschaft ein großer Erfolg. Noch mehr als in Deutschland schätzte man dort die Dimension der geschichtlichen Authentizität: Alain Clément schrieb in der französischen Zeitung Combat am 11./12. August 1945 zur Wiederauflage: L´occupation, au lieud´êtredécrite en bloc selon leslois du récitordinaire, se reflète en chaquepersonnageselonuneincidenteparticulièresansjamaispourtantquel´optique de teloutel, y venant à dominer, rompel´équilibre des perspectives... et enceci le romandépasse la simple histoireprivéepour se hausserjusqu´autémoignagehistorique [Ü.: Anstatt, wie in gewöhnlichen Erzählungen durch das Mittel der einfachen Beschreibung, wird die Okkupation hier in jeder einzelnen Person widergespiegelt, in deren individuellen Erlebnissen mit ihr, ohne jedoch die Optik des einzelnen über die Gesamtheit der Perspektiven dominieren zu lassen. In dieser Weise wird die einfache persönliche Geschichte Teil eines historischen Zeugnisses.]
    Der Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt fand nach dem ersten Erscheinen des Bericht über Bruno folgende enthusiastische Worte für die Hauptfigur, den jungen Demagogen Bruno Collignon: Kein einziges Buch habe ich seit dem Dr. Faustus mit derartiger Leidenschaft und derartigem Gruseln gelesen als Ihren Bericht über Bruno. Es gibt nichts in der Deutschen Literatur der Gegenwart, das sich auch annährend mit dem Faustus vergleichen ließe; Ihr Buch aber, als erstes, steht auf gleicher Höhe, obgleich es - zu seinem Gunsten übrigens - die Fülle des Faustus entbehrt. Das ist nicht von ungefähr gesagt. Bruno Collignon und Adrian Leverkühn sind nämlich gleiche Typen: kristallen und verkrampft, eiskalt und vibrierend. Selten habe ich ein Buch gelesen, welches physisch derart angreifend und zugleich so unerträglich wirke. Bruno ist genau so peinlich wie Leverkühn. Vielleicht wird es Ihnen ein wenig kindlich erscheinen, aber ich habe mich selten so geschämt wie in Brunos Gegenwart. Und dies alles unter dem Glacéhandschuh einer vornehmen und unbeweglichen Sprache. Aber unter dem Firnis dieses aalglatten Stils zucken wie nirgendwo Haß, Demütigung und Unerreichbarkeit des Anderen (Georges-Arthur Goldschmidt an Breitbach, Paris, 9. Dezember 1963).
    Als der französische Autor und Kritiker Jacques de Ricaumont über die Verleihung des Prix Combat an Joseph Breitbach für die von ihm selbst verfasste französische Version von Bericht über Bruno berichtet, beschreibt er dessen enthusiastische Aufnahme in Frankreich, ... cegrandroman...donttous les critiquesparisiens, de Robert Kantersà KléberHaedensontvantél´originalité et la richesse [U.: Dieser große Roman, den alle großen Kritiker Frankreichs von Robert Kanter bis KléberHaedens wegen seiner Originalität und Einfallsreichtum gerühmt haben] (Jacques de Ricaumont, Unlivre, uneœuvre et unauteur, in: Combat, 23. Februar 1965). Breitbach wurde schon im ersten Wahlgang mit acht Stimmen gegen zwei gewählt.
    Der Soziologe und Essayist Jean Duvignaud fasste die Wirkung des Romans in Frankreich zusammen: Dans ce roman, en effet, un des seuls livres "machiavéliens" où la politique se réduise en rapport des forces, où les personnages sont tous, tour à tour, objects et sujets, où les idéologies ne sont plus les croyances mais des armes, cyniquement utilisés, la psychologie n´est qu´un des élements du jeu d´échecs qui se poursuit. Bruno n´a failli devenir un espion communisteque pour se retourner contre les communistes: dénonçant dans une obscure journal réactionaire ce qu´il sait du parti de son grand-père et ce qu´il sait du communisme, il se fraie un chemin jusqu´au pouvoir. (La Nouvelle Revue Française, April 1965) [U.: In diesem Roman, übrigens eines der wenigen machiavellistischen Bücher, worin sich die Politik reduziert zu einem Kräftemessen, wo die Personen abwechselnd Objekte oder Subjekte sind, wo Ideologien keine Sache des Glaubens mehr sind sondern zynisch angewandte Waffen, ist die Psychologie nur noch ein Element im Schachspiel, das immer weiter geht. Bruno wurde nur Kommunist, um sich gegen die Kommunisten zu wenden: indem er in einem obskuren reaktionären Blatt anprangert, was er von der Partei des Großvaters und vom Kommunismus weiß, schafft er sich einen Weg zur Macht.]
    Peter Hornung sieht 1963 den ... sechzigjährigen, der als begnadeter Menschenschilderer,ein genuiner Romancier, an die Öffentlichkeit tritt. Er erinnert ihn an Montherlant, mit dem Joseph Breitbach die Illusionslosigkeit über den Menschen teilt. Ein deutscher Roman mit Welt (Peter Hornung, Vom Wagnis des politischen Romans, zu Bericht über Bruno von Joseph Breitbach, in: Deutsche Tagespost, 18. Januar 1963).
    Auch Anton Krättli betont in seiner Besprechung die Kunst der Darstellung, die er in der deutschen Literatur vermisst: Kühle Sachlichkeit erneuere hier eine Romanform, die zum mindesten in der deutschsprachigen Literatur lange vernachlässigt wurde, in der Pessimismus und Ratio die Tonart dieses meisterhaft geschriebenen Buches bestimmten.(Anton Krättli in: Schweizer Monatshefte, 1963)
    Der Literaturkritiker Andreas Nentwich reduzierte seine Analyse des Bericht über Bruno auf wenige inhaltsreiche Sätze: Breitbach war ein kühler Kopf mit heißem Herzen, der von Frankreich aus auf deutsche Zustände blickte. Das allein nimmt seinen Büchern den Muff. Sein bekanntester Roman ist eine Verteidigung der Demokratie gegen die Ideologen - mit dem Florett, das Clarté heißt. Stallwärme, Sentiment, 68er Gequatsche gibt es hier nicht, stattdessen politischen Verstand, Analyse, kalte Menschenkenntnis. Und eine stilistische Eleganz, die ihresgleichen sucht. (Börsenblatt.net, 27. Januar 2010).
    Alle Besprechungen zur Neuauflage im Rahmen der Breitbach-Werkausgabe zu Die Wandlung der Susanne Dasseldorf und dem Begleitband Ich muss das Buch schreiben (2006) finden sich unter www.joseph-breitbach-preis.de > Werkausgabe > Presse.
    Ebenso die Besprechungen zu Rot gegen Rot (2008) und Bericht über Bruno (2009).

  5. Werke
    1. Werkausgabe Joseph Breitbach in Einzelbänden
      Werkausgabe Joseph Breitbach in Einzelausgaben, Mainzer Reihe, Neue Folge, Herausgegeben von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, Klasse der Literatur.
      Vollständige bibliographische Angaben zu den Einzelbänden der Werkausgabe siehe weiter unten, nach Buchausgaben Auswahl.

      Die Wandlung der Susanne Dasseldorf. Roman. Herausgegeben von Alexandra Plettenberg-Serban und Wolfgang Mettmann. Göttingen, 2006. 521 S.
      - Erstausgabe: Die Wandlung der Susanne Dasseldorf. Berlin: Gustav Kiepenheuer 1933 (erschienen im November 1932)

      ergänzt mit
      Ich muss das Buch schreiben ... Briefe und Dokumente zu Joseph Breitbachs Roman Die Wandlung der Susanne Dasseldorf. Herausgegeben von Alexandra Plettenberg-Serban und Wolfgang Mettmann. Göttingen, 2006. 452 S.
      In diesem Begleitband zur Dasseldorf sind 93 Briefe Breitbachs zur Entstehung des Romans und dem biografischen Hintergrund veröffentlicht; der Band enthält 101 Dokumente und Fotos; u.a. eine Bilderstrecke von bisher nicht veröffentlichten, historischen Fotos aus US-Archiven belegt wesentliche Details des Romans, ergänzt durch eine Zeittafel mit einem chronologischen Vergleich der Geschehnisse im Roman mit den historischen Gegebenheiten 1918/19.

      Rot gegen Rot. Die Erzählungen. Herausgegeben mit einem Nachwort von Alexandra Plettenberg-Serban und Wolfgang Mettmann. Göttingen 2008. 510 S.
      Der Band der Werkausgabe enthält die unter dem Titel Rot gegen Rot 1929 erschienenen Erzählungen in der Erstfassung von 1929 und die nach 1929 entstandenen Erzählungen Breitbachs: Education Sentimentale, Der Lotteriegewinn, Das Schuß im Tiergarten, Der Führer der Bande, Clemens, In der Gärtnerei, Die Raben, Brief des Pharisäers, Lärm sowie die Neufassungen von Rot gegen Rot und Das Radieschen von 1973.
      - Erstausgabe: Rot gegen Rot. Erzählungen (Rot gegen Rot, Das Radieschen, Das wäre gelacht). Stuttgart, Berlin, Leipzig: Deutsche Verlags-Anstalt 1929

      Bericht über Bruno. Roman. Mit einem Nachwort, ergänzt mit Fotos und Dokumenten, herausgegeben von Alexandra Plettenberg-Serban und Wolfgang Mettmann. Göttingen 2009. 462 S.
      - Erstausgabe: Bericht über Bruno. Roman. Frankfurt/Main: Insel Verlag 1962, 296 S.

Buchausgaben eigener Werke (Auswahl)

Rot gegen Rot. Erzählungen. Stuttgart, Berlin, Leipzig: Deutsche Verlags-Anstalt 1929, 259 S. [Der Band wurde im August 1933 verboten.]

Mademoiselle Schmidt. Komödie. Berlin: Gustav Kiepenheuer, [1929] (vervielf. Bühnenmanuskript) 100 S. Beendet am 30. Juli 1929 in Toulon

Die Wandlung der Susanne Dasseldorf. Roman. Berlin: Gustav Kiepenheuer 1933, 597 S.
[Der Roman wurde im August 1933 verboten.]
Jean Schlumberger. Persönlichkeit und Werk. Ein Überblick. Vortrag, am 30.10.1952 anlässlich des 75. Geburtstags von Jean Schlumberger in Stuttgart gehalten. Zürich: Kurt Bösch Presse 1952, 32 S.

Jean Schlumberger, Im Biwak. Au Bivouac. Übersetzung aus dem Französischen von Joseph Breitbach. Zürich: Kurt Bösch Presse 1957, 39 S.

Clément[frz. Text von Clemens]. Mit einem Vorwort von Jean Schlumberger. Übersetzt von Louise Servicen. Paris: Editions Seghers. 1958. Umschlag von Max Ernst.

Das Jubiläum. Komödie in drei Akten. Zürich: Oprecht 1960, 220 S.
Die Uraufführung der französischen Fassung La Jubilaire. Comédie en troisactes fand am 21.9.1960 im Théâtre Hébertot in Paris statt; die deutsche Erstaufführung am 26.5.1962 u. d. Titel Die Jubilarin. Eine Kaufhausgeschichte in vier Bildern, an den Städtischen Bühnen Nürnberg, nach einer Übersetzung von Eva Rechel.

Bericht über Bruno. Roman. Frankfurt am Main: Insel Verlag 1962, 296 S.
- [letzte] Taschenbuchausgabe: Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag (Januar 1999)
[Bd. 14318]. Mit einem Nachwort von Alexandra Plettenberg. 308 S.;
- 2. Auflage Februar 2004 [mit neuem Umschlag]

Clemens. Romanfragment. Mit einem Nachwort von Jean Schlumberger. Frankfurt am Main: Insel Verlag 1963, 47 S.

Rapport sur Bruno. Roman. Paris: Gallimard 1964, 340 S.
Für die von ihm selbst geschriebene französische Fassung erhielt Breitbach 1965 den Prix Combat.

Die Jubilarin. Volksstück in vier Akten. Nach der Übersetzung von Eva Rechel vom Verfasser bearbeitet. Frankfurt am Main: Insel Verlag 1968, 135 S.

Genosse Veygond. Komödie in fünf Akten. Frankfurt am Main: Insel Verlag 1970, 89 S.
Uraufführung: 2. Oktober 1970 im Theater der Stadt Baden Baden

Requiem für die Kirche. Zeitgenössisches Melodrama in sieben Bildern. (vervielf. Bühnenmanuskript) Uraufführung: 18. Oktober 1971 an den Städtischen Bühnen Augsburg.

Die Jubilarin. Genosse Veygond. Requiem für die Kirche. [Mit den Nachworten: Horst Bienek, Warum wir über den Genossen Veygond lachen können, Joseph Breitbach, Was ist ein Melodrama? und Wann verstößt die Kritik gegen die Berufsmoral?]. Frankfurt am Main:
S. Fischer Verlag 1972; (2. Auf1. 1972; 3. Auf1. 1974) 251 S.

Die Rabenschlacht und andere Erzählungen. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 1973; 5. Tsd. 1977,267 S.
Inhalt: In der Gärtnerei. Brief des Pharisäers. Aus den zwanziger Jahren: Rotgegen Rot. Das Radieschen. Der Schuß im Tiergarten. Education Sentimentale. - Clemens. Die Rabenschlacht.
- Taschenbuchausgabe: (Frankfurt am Main): Fischer Taschenbuch Verlag (August 1977 [Fischer Taschenbuch Bd. 1914])

Derriere le Rideau ou Le partid'enrire. Avant-propos de Jean Cau.Post-face de Paul Chambrillon: Derriere le Rideau et la Critique. Paris: Editions Emile-Paul 1975, 205 S.
Das blaue Bidet oder Das eigentliche Leben. Roman. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 1978, 452 S.
- Taschenbuchausgabe: (Frankfurt am Main): Fischer Taschenbuchverlag (August 1980 [Fischer Taschenbuch Bd. 2104]) 269 S.

Feuilletons. Zu Literatur und Politik. Herausgegeben von Wolfgang Mettmann. Pfullingen: Neske Verlag 1978, 236 S.

Zweierlei Helden. Schauspiel in drei Akten. Maschinenschriftliches Manuskript. Fertiggestellt in Paris, im April 1980, einen Monat vor seinem Tod. 221 S.


Vollständige bibliographische Angaben zu den Einzelbänden der Werkausgabe

Die Wandlung der Susanne Dasseldorf. Roman. Berlin: Gustav Kiepenheuer 1933, 597 S.
[Erschienen im November 1932, wie im Verlagswesen üblich vordatiert auf 1933. Im August 1933 wurde der Roman verboten.]
- [Französisch] u. d. Titel Rival et Rivale. Übersetzung vom Autor überarbeitet. Paris: Editions Gallimard 1936; Neuauflage 1945
- [Italienisch]: Susanna Dasseldorf. Übersetzt von L. Pignato und G. Gresti. Rom: Edizione della Bussola 1945.
- [Neuausgabe]: Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, Frühjahr 1981, 597 S.
- [Werkausgabe]: Herausgegeben von Alexandra Plettenberg-Serban und Wolfgang Mettmann. Göttingen, 2006

Rot gegen Rot. Erzählungen. Stuttgart, Berlin, Leipzig: Deutsche Verlags-Anstalt 1929
[später: Rot gegen Rot, 1929] [Im August 1933 wurde der Band verboten.]
Rot gegen Rot
[Erz.] Geschrieben 1924; zuerst 1928 erschienen in Moskau in russischer Übersetzung von Frau Stern. Weitere Angaben konnten nicht ermittelt werden.
- [Schlußkapitel]. In: Die jüngste Dichtung, Magdeburg: Verlag Elynor Heidrich, 1928, Heft 5/6, S. 10-12
- [als Titelerzählung]. In: Rot gegen Rot, 1929
- In: Die Welt am Morgen, Berlin, 15. März 1929
- [in einer Bearbeitung des Autors von 1973]. In: Die Rabenschlacht und andere Erzählungen. Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag, 1973 [später: Rabenschlacht 1973]
- [in der Bearbeitung von 1973]. In: Winter-Festival. Literarische Kostbarkeiten von Autoren aus aller Welt. Herausgegeben von Nikolaus Gatter. Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 1990, S. 59-95
- [Spanisch] u. d. Titel Rojo contra Rojo. Übersetzt von Salvador Vila. In: Rojo contra Rojo. [Band mit allen drei Erzählungen] Madrid: Editorial Cenit, 1930 [später: Rojo contra Rojo, 1930]
- [Französisch] u. d. Titel Le Liftieramoureux. Titelerzählung des gleichnamigen Erzählbands. Übersetzt von Jean Lambert, vom Autor überarbeitet. In: Le Liftieramoureux. Paris: Editions Gallimard, 1948
- Auch in: Le Liftieramoureux. In: Le Figaro Littéraire, Paris, 21.6.-5.7.1947, drei Folgen, illustriert von Roger Duval.
- [Werkausgabe]: Herausgegeben mit einem Nachwort von Alexandra Plettenberg-Serban und Wolfgang Mettmann. Göttingen, 2008

Das Radieschen: Geschrieben 1926. In: Rot gegen Rot, 1929
- In: Berlin am Morgen, Berlin, 17. Januar 1930
- [in einer Bearbeitung des Autors von 1973]. In: Rabenschlacht, 1973
- [Französisch] u. d. Titel La jeunefillequiperditson Rouge. Übersetzt von Henri Thomas, vom Autor überarbeitet. In: Le Liftieramoureux. Paris: Editions Gallimard, 1948
- [Französisch] In:
Le Figaro Littéraire, Paris, 3.4.-19.6.1948. Elf Folgen illustriert von Pierre Monteret und Elie Grekoff.
- [Spanisch] u. d. Titel ElRábano. Übersetzt von Salvador Vila. In: Rojo contra Rojo, 1930
Das wäre gelacht. in: Rot gegen Rot, 1929
- [Französisch] u. d. Titel Le Monsieur du Meublé. Erzählung. Übersetzt von Blanche Netter-Gidon. In: Les Oeuvres Libres. Recueillittérairemensuelnepubliantque de l´inédit. Paris: LibrairieArthèmeFayard, Heft 201, März 1938, S. 283-343
- [Spanisch] u. d. Titel Tendria Gracia! Übersetzt von Salvador Vila. In: Rojo contra Rojo, 1930

Education Sentimentale: [Vorstudie zu Die Wandlung der Susanne Dasseldorf] geschrieben 1928. In: 24 Neue Deutsche Erzähler. Anthologie. Herausgegeben von Hermann Kesten. Berlin: Gustav Kiepenheuer Verlag, 1929, S.125-135
- In: 24 neue deutsche Erzähler. Frühwerke der Neuen Sachlichkeit. Kesten-Anthologie, ergänzt um ein Vorwort 1973. München: Verlag Kurt Desch
- In: Literatur aus Rheinland-Pfalz. Anthologie. Mainz: Verlag Dr. Hanns Krach, 1976, S: 63-69
- In: 24 neue deutsche Erzähler. Herausgegeben von Hermann Kesten. 3. Auflage, unveränderter Nachdruck der 2. Auflage von 1929. Mit einer Nachbemerkung von Wulf Kirsten. Leipzig: G. Kiepenheuer Verlag, 1983
- In: Deutsche Erzähler 1920-1960. Herausgegeben von Hans Bender, Stuttgart: Philipp Reclam jun., 1985, S. 92-101
- [Französisch] u. d. Titel Education Sentimentale, vom Autor übersetzt. In: Arcadie, Paris, Jg. 1, Nr. 11, November 1954

Der Lotteriegewinn. In: Bilder-Courier. Illustrierte Beilage zum Berliner Börsen-Courier, Berlin, 8. Juni 1930

Der Schuß im Tiergarten: Geschrieben 1930. Erschienen in: Simplicissimus, München, 35. Jg., Nr. 11, 9. Juni 1930
- In: Die Welt am Morgen, Berlin, 11. Juni 1930
- In: Die Gegenwart. Deutschsprachige Erzähler der Jahrgänge 1900-1960. Bd. 1, herausgegebenen von Rolf Hochhuth. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1981, S. 128-132. Auch als Taschenbuchausgabe. München: Knaur
- In: Die Gegenwart. Deutschsprachige Erzähler der Jahrgänge 1900-1960. Bd. 1, herausgegebenen von Rolf Hochhuth, Taschenbuchausgabe, München: Knaur, 1981
- [Französisch] u. d. Titel Le coup de feu au jardinzoologique. Übersetzt von Guy Fritsch-Estrangin. In: La Revue Nouvelle, Paris, März 1931, S. 29-33

Der Führer der Bande. In: Berlin am Morgen, Berlin, 25. April 1931

Clemens: Geschrieben 1937. U. d. Titel Die Rückkehr [Eingangskapitel des Romans Clemens] erschienen in: Maß und Wert, Zürich, Jg. 1, Heft 1. September/Oktober 1937.
- u. d. Titel Clemens. Ein Fragment. In: Merkur, Stuttgart, Köln, Berlin, München, Jg. 7, Nr. 62, Juli 1953, S. 358-372
- u. d. Titel Clemens in: Unsere Zeit. Die schönsten deutschen Erzählungen des 20. Jahrhunderts. Anthologie. Herausgegeben von Hermann Kesten. Köln, Berlin: Kiepenheuer & Witsch, 1956, S. 277-290. Auch im Nachdruck: Herrsching: Pawlak, ohne Jahresangabe

Clemens. Mit einem Nachwort von Jean Schlumberger. Frankfurt/Main: Insel-Verlag, 1963. 47 Seiten
- In: Bayern-Kurier, München, 21.11. und 28.11. 1964. Illustriert von W.J. Müller und Maria Müller-Schaeflein.
- In: Deutschland erzählt. Von Rainer Maria Rilke bis Peter Handke. Herausgegeben von Benno von Wiese. Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag Bd. 1660, Dezember 1975, S. 93-109
- [Französisch] u. d. Titel Le Retour. Übersetzt von Jean Lambert. In: Fontaine, Paris, Jg. 6, Nr. 47, Dezember 1946, S. 55-79
- [Französisch] u. d. Titel Clément. Übersetzt von Louise Servicen. Mit einem Vorwort von Jean Schlumberger. Paris: Editions Seghers. 1958. Umschlag von Max Ernst.
- [Italienisch] u. d. Titel Clemens. Übersetzt von Lea Ritter-Santini. In: In Forma di Parole. LibroSecundo. Reggio Emilia: ElitropiaEdizioni, November 1980, S. 225-263

In der Gärtnerei: Geschrieben 1959. Kapitel aus dem unveröffentlichten Roman Frau Berta. In: Insel-Almanach auf das Jahr 1964. Frankfurt/Main: Insel Verlag, 1963, S. 20-28

Die Raben. Geschrieben 1959. Kapitel aus dem unveröffentlichten Roman Frau Berta. In: Akzente, München, Jg. 7, 1960, Heft 4, S. 294-308
- u. d. Titel Die Rabenschlacht. In: Die Rabenschlacht, 1973
- [Französisch] u. d. Titel Les Corbeaux. Vom Autor übersetzt. In: Cahiers des Saisons, Printemps 1961, Paris: Editions Julliard, S. 527-538

Brief des Pharisäers: Geschrieben März 1966. Erschienen in: Kürbiskern. Grünwald bei München: Damnitz Verlag, Jg. 2, 1966, Heft 3, S. 9-17
Widmung: Wolfgang Koeppen gewidmet
- In: Außerdem. Deutsche Literatur minus Gruppe 47 gleich wieviel? Anthologie. Herausgegeben von Hans Dollinger. München, Bern, Wien: Scherz Verlag 1967, S. 60-69;
- In: Neue Literatur. Zeitschrift des Schriftstellerverbandes der Sozialistischen Republik Rumänien. (Zeitschrift der deutschsprachigen Minderheit). Bukarest, Jg. 19, Heft 10, Bukarest, Oktober 1968, S. 91-98
- In: Erzähler des S. Fischer Verlages 1886-1978. Herausgegeben von Knut Beck. Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag, Oktober 1978
- [Französisch] u. d. Titel Lettre du Pharisien. Vom Autor übersetzt. In: Documents, Revue des QuestionsAllemandes. Offenburg, Baden, Jg. 26, 1971, Heft 4, S. 111-121
- [Slowakisch] u. d. Titel List farizejovi. Übersetzt von Perla Bzochova. In: SlovenskePohlady, Bratislava, 1969, Heft 10, S. 124-130

Lärm. Geschrieben 1974. Erschienen in: Akzente. Zeitschrift für Literatur. München: Carl Hanser Verlag, 1974, Heft 3, Juni 1974

Bericht über Bruno. Roman. Frankfurt/Main: Insel Verlag 1962, 296 S.
- Taschenbuchausgabe: München/Zürich: Droemer-Knaur (April 1964) [Droemer-Knaur Taschenbuch Bd. 38], 251 S.
- Buchgemeinschaftsausgabe: Berlin, Darmstadt, Wien: Deutsche Buchgemeinschaft 1964, 319 S.
- Sonderausgabe: Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 1972, 296 S.
- Taschenbuch-Neuausgabe: Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag (September 1976) [Bd. 1752], 296 S.
- Taschenbuchausgabe: Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag (Januar 1985) [Bd. 5444]. Mit einem Nachwort von Alexandra Plettenberg. 308 S.
- Taschenbuchausgabe mit neuem Titelbild: Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag (Januar 1999) [Bd. 14318]. Mit einem Nachwort von Alexandra Plettenberg. 308 S.;
- 2. Auflage Februar 2004
- [Werkausgabe]. Herausgegeben mit einem Nachwort von Alexandra Plettenberg-Serban und Wolfgang Mettmann. Göttingen 2009

[Fortsetzungsroman]
- in: Die Tat, Zürich, ab 29. März 1969
- in: Allgemeine Zeitung, Mainz, vom 18. Februar bis 16. Juni 1998

[Auszüge]
- Bericht über Bruno. [Das erste Kapitel] in: Insel-Almanach auf das Jahr 1963. Frankfurt/Main: Insel Verlag 1962, S. 55-64
- Der neue Botschafter der Sowjetunion in: Wozu Diplomatie? Außenpolitik in einer zerstrittenen Welt. Hrgb. Gerd-Klaus Kaltenbrunner. Freiburg, Basel, Wien: Verlag Herder [Herderbücherei Initiative Bd. 68] 1987, S. 69-75

Rapport sur Bruno. [Die französische Version, die Breitbach selbst geschrieben hat.]
Paris: Editions Gallimard, Dezember 1964. 340 S.; 2. Auflage März 1965; 3. Auflage Mai 1965, letzte Auflage Juni 1974
Für Rapport sur Bruno erhielt Breitbach im Februar 1965 den Prix Combat.

[Auszug]
- Dossier Bruno in: Cahiers des Saisons. Automne 1963, Paris: Editions Julliard, S. 515-522

Übersetzungen von Bericht über Bruno

Report on Bruno. Amerikanisch. Übersetzt von Michael Bullock. New York: Alfred A. Knopf 1964. [Die englische Übersetzung wurde für die amerikanische Ausgabe von Herman Elkon bearbeitet.]

Report on Bruno. Englisch. Übersetzt von Michael Bullock. London: Jonathan Cape 1964. [Für diese Übersetzung erhielt Michael Bullock 1965 den Schlegel-Tieck-Preis]
- Taschenbuch. London: Panther Books [Bd. 2304], 1967

KertomusBrunosta. Finnisch. Übersetzt von AarnoPeromies. Provvo, Helsinki: Werner SöderströmOsakeyhtiö 1964, gebundene und broschierte Ausgabe

Dossier Bruno. Holländisch. Übersetzt von W. Wielek-Berg. Amsterdam/Brüssel: Elsevier 1964, gebundene und broschierte Ausgabe

Rapport om Bruno. Schwedisch. Übersetzt Gun und Nils A. Bengtsson. Malmö: LTs Förlag 1964, gebundene und broschierte Ausgabe

Informesobre Bruno. Spanisch. Übersetzt von J. Ferrer Aleu. Barcelona, Buenes Aires, Mexico D.F., Bogota, Rio de Janeiro: Plaza &Janes, S.A. Editores, Oktober 1965
- Neuauflage Frühjahr 2009

Siehe auch unter:
http://www.adwmainz.de, http://www.dla.marbach.de, http://fischerverlage.de, http://wallstein-verlag.de, http://joseph-breitbach-preis.de