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2004: Raoul Schrott

Die Jury des Joseph-Breitbach-Preises, den die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und die Stiftung Joseph Breitbach gemeinsam vergeben, hat in ihrer Sitzung vom 19. Juni 2004 den 1964 in Landeck/Tirol geborenen Lyriker, Erzähler und Übersetzer Raoul Schrott als Preisträger benannt. Der Preis ist mit 50.000 € dotiert. Die Preisverleihung fand am 26. September 2004 im Stadttheater Koblenz statt.

Begründung der Jury:
»Mit seiner ›Erfindung der Poesie‹ (1997), einer Anthologie von ›Gedichten aus den ersten viertausend Jahren‹ trat der Dreiunddreißigjährige als kongenialer Vermittler sumerischer, griechischer, lateinischer, arabischer, hebräischer, provenzalischer, altirischer und frühitalienischer Lyrik hervor. Räumlich-zeitlicher Kosmopolitismus prägt auch Schrotts Nachdichtungen des ›Gilgamesh-Epos‹ und der ›Bakchen‹ des Euripides sowie seine eigene Lyrik (›Hotels‹, 1995; ›Tropen‹, 1998), in der das sogenannte lyrische Ich nicht als identitätsfixiertes Subjekt, sondern in vielerlei Masken auftritt: in der Rolle Dantes und Petrarcas, Masaccios und Michelangelos, Galileis und Einsteins. Das Spiel mit verschiedenen Epochen und Protagonisten prägt die überaus kunstvolle Komposition des Romans ›Finis terrae‹ (1995) und, zur Virtuosität gesteigert, des sprachmächtigen Erzählwerks ›Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde‹ von 2003.«

Biographie:
Raoul Schrott, 1964 geboren, wuchs in Tunis und Landeck auf. Nach dem Studium der Literaturwissenschaften in Norwich, Paris, Berlin und Innsbruck, arbeitete er als Sekretär des Surrealisten Philippe Soupault in Paris. Bevor er sich 1997 am Institut für Komparatistik in Innsbruck habilitierte, war er als Lektor im Fachbereich Germanistik/Istituto Orientale, Neapel, tätig. Raoul Schrott lebt in Irland.

Auszeichnungen:
  • 1989 DAAD-Stipendium Berlin; Kulturpreis Tirol
  • 1990 Nachwuchsstipendium des BMUK, Wien
  • 1992 Literaturstipendium des Landes Tirol
  • 1993 Österreichisches Staatsstipendium
  • 1995 Hörspiel des Jahres (Preis der Frankfurter Akademie der Künste)
  • Leonce-und-Lena-Preis
  • 1996 Rauriser Literaturpreis; Hölderlin Förderpreis, Berliner Literaturpreis; Robert-Musil-Stipendium
  • 1997 Shortlist des Aristeion-Preises
  • 1998 Sebetia Ter-Kulturpreis der G7-Konferenz in Neapel; Liliencron-Dozentur Kiel
  • Literatur-Dozentur an der ETH, Zürich
  • 1999 Peter-Huchel-Lyrikpreis
  • 2002 Förderpreis für Literatur, Österreich
  • 2004 Stadtschreiberpreis des ZDF und der Stadt Mainz
Veröffentlichungen:
  • Dada 21/22.Musikalische Fischsuppe mit Reiseeindrücken. Eine Dokumentation über die beiden Dadajahre in Tirol. Nachwort von Gerald Nitsche. Innsbruck: Haymon 1988 (Neuausgabe Köln: DuMont 2004)
  • Die Legenden vom Tod. Innsbruck: Haymon 1990
  • Rime / wie die elf Lieder des Guihelm IX., Herzog von Aquitanien und Graf von Poitiers, 1071 - 1127, von dem Raoul Schrott in das Deutsch geschrieben wurden und dieser sich, 1990 - 1991, darauf mit selbiger Feder ein zweites Dutzend Verse machte, für Daniela. Innsbruck: Haymon 1991
  • Dada 15/25. Post scriptum oder Die himmlischen Abentuer des Hr.n. Tristan Tzara. Mit einem Suspensarium von Gerald Nitsche zu Elde Steeg & Raoul Hausmann. Innsbruck: Haymon 1992 (Neuausgabe Köln: DuMont 2004)
  • Sub Rosa. Innsbruck: Haymon 1993
  • Hotels. Innsbruck: Haymon 1995
  • Finis terrae: ein Nachlass. Innsbruck: Haymon 1995
  • Die Erfindung der Poesie. Gedichte aus den ersten viertausend Jahren. Frankfurt am Main : Eichborn 1997
  • Die Musen: Fragmente einer Sprache der Dichtung. München: Belleville 1997
  • Tropen. Über das Erhabene. München, Wien: Hanser 1998
  • Die Erde ist blau wie eine Orange: Polemisches, Poetisches, Privates. München: DTV 1999
  • Bakchen. Nach Euripides. München, Wien: Hanser 2000
  • Die Wüste Lop Nor. Novelle. München, Wien: Hanser 2000
  • Derek Walcott, Mittsommer. Aus dem karibischen Engl. von Raoul Schrott. München, Wien: Hanser 2001
  • Raoul Schrott/Arnold Mario Dall’O: Das Geschlecht der Engel, der Himmel der Heiligen. München, Wien: Hanser 2001
  • Gilgamesh. Nachdichtung und Neuübersetzung. München, Wien: Hanser 2001
  • Khamsin. Frankfurt/Main: S. Fischer 2002
  • Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde. Roman. München, Wien: Hanser 2003
  • Weißbuch. München, Wien: Hanser 2004
  • Handbuch der Wolkenputzerei. Gesammelte Essays. München, Wien: Hanser 2005