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2003: Harald Weinrich

Die Jury des Joseph-Breitbach-Preises, den die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und die Stiftung Joseph Breitbach gemeinsam vergeben, hat in ihrer Sitzung vom 26. April 2003 die diesjährigen Preisträger Christoph Meckel, Herta Müller und Harald Weinrich benannt. Der Preis ist mit insgesamt 120.000 € dotiert und wird zu gleichen Teilen verliehen. Die Verleihung fand aus Anlaß des 100. Geburtstages von Joseph Breitbach am 20. September 2003 im Stadttheater Koblenz statt.

Begründung der Jury:
»1992 wurde der Romanist Harald Weinrich als erster Ausländer, als erster Deutscher, ans Collège de France in Paris berufen. Die Auszeichnung ehrte einen Schriftsteller, der als Linguist und Literaturkenner, als Essayist und als Übersetzer Jahrzehnte hindurch die französische und die deutsche Kultur als geschichtliche Einheit und als Zukunftsprogramm aufgefaßt und aufgebaut hat: er arbeitete gleichzeitig an einer großen Textgrammatik der deutschen und der französischen Sprache. Früh hatte er in der ›Linguistik der Lüge‹ die Sprachwissenschaft aus ihrer selbstgewählten Isolation befreit und seiner Argumentation die Eleganz französischer Geistigkeit.«

Biographie:
Der Romanist, Linguist und Germanist Harald Weinrich wurde 1927 in Wismar geboren. Nach dem Studium in Münster nahm er Professuren in Kiel, Köln, Bielefeld und München wahr und lehrte in Pisa, Michigan und Princeton. An seinem Lehrstuhl in München, den er von 1978 bis 1992 innehatte, etablierte Weinrich mit dem Fach ›Deutsch als Fremdsprache‹ eine neue akademische Disziplin. 1992 wurde er als erster Deutscher und Ausländer an das Collège de France, Paris, berufen. Er ist Mitglied zahlreicher Akademien und wissenschaftlicher Gesellschaften und gilt als einer der bedeutendsten und international renommiertesten deutschen Geisteswissenschaftler.

Auszeichnungen:
  • Sigmund-Freud-Preis 1977
  • Friedrich-Märker-Preis 1990
  • Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau 1993
  • Ernst-Hellmut-Vits-Preis 1996
  • Hansischer Goethe-Preis 1997
  • Carl-Zuckmayer-Medaille 1998
  • Adelbert-von-Chamisso-Preis 2002
Veröffentlichungen:
  • Linguistik der Lüge. Heidelberg: Lambert Schneider 1966
  • Literatur für Leser. Essays und Aufsätze zur Literaturwissenschaft. Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz: Kohlhammer 1971
  • Für eine Grammatik mit Augen und Ohren, Händen und Füßen. Am Beispiel der Präpositionen. Opladen: Westdeutscher Verlag 1976
  • Sprache in Texten. Stuttgart: Klett 1976
  • Wege der Sprachkultur. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1985
  • Mensch Herkules. Zwölf poetische Arbeiten. Pforzheim: Hertenstein-Presse 1986
  • Textgrammatik der deutschen Sprache. Mannheim: Dudenverlag 1993
  • Lethe – Kunst und Kritik des Vergessens. München: Beck 1997
  • Sag Schibboleth. Gedichte. Garching b. München: Albis 1997
  • Kleine Literaturgeschichte der Heiterkeit. München: Beck 2001
  • Knappe Zeit. Kunst und Ökonomie des befristeteten Lebens. München: C.H. Beck 2004