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2003: Herta Müller

Die Jury des Joseph-Breitbach-Preises, den die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und die Stiftung Joseph Breitbach gemeinsam vergeben, hat in ihrer Sitzung vom 26. April 2003 die diesjährigen Preisträger Christoph Meckel, Herta Müller und Harald Weinrich benannt. Der Preis ist mit insgesamt 120.000 € dotiert und wird zu gleichen Teilen verliehen. Die Verleihung fand aus Anlaß des 100. Geburtstages von Joseph Breitbach am 20. September 2003 im Stadttheater Koblenz statt.

Begründung der Jury:
»Herta Müller hat den scharfen, das Unscheinbare und vorgeblich Harmlose der Gegenwart zergliedernden Blick ihrer ersten, noch in Bukarest erschienenen Prosastücke gegen alle Anfechtungen bis heute bewahrt. Das Trauma der alten Diktatur und die Skepsis gegenüber einer freien, in Wohlstand imprägnierten Gesellschaft, der Überschwang der Erfindung und die aus dem Augenblick heraus wirkende, im Wortspiel und im lakonisch gedrängten Märchenbild aufblitzende Poesie wirken in ihrem letzten Roman, in ihren Erzählungen und Essays eng zusammen und geben den lyrischen Miniaturen ihrer Text-Bild-Collagen: ›Im Haarknoten wohnt eine Dame‹ ihre schwebende Form. Herta Müller ist unverwechselbar, einzig in der deutschsprachigen Literatur.«

Biographie:
Die 1953 in Nitzkydorf (Banat/Rumänien) geborene Herta Müller studierte Germanistik und Rumänistik und arbeitete als Übersetzerin und Lehrerin. Ihre Weigerung, mit dem Geheimdienst (Securitate) zusammenzuarbeiten, führte zur Entlassung aus dem Schuldienst und zu einem Arbeits- und Publikationsverbot. 1987 siedelte sie in die Bundesrepublik Deutschland über. Herta Müller hatte zahlreiche Gastprofessuren in Deutschland und im Ausland inne, darunter Warwick (1992), Carlisle (1996), Gainesvilla/Florida (1998) und Zürich (2001), und nahm Poetikdozenturen in Kassel (1998) und Tübingen (2001) wahr. Sie lebt heute als freie Schriftstellerin in Berlin.

Auszeichnungen:
  • 1984 Aspekte-Literaturpreis
  • 1987 Ricarda-Huch-Preis
  • 1989 Marie-Luise-Fleißer-Preis
  • 1991 Villa-Massimo-Stipendium
  • 1994 Kleist-Preis
  • 1995 Europäischer Literaturpreis Aristeion
  • 1995 Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim
  • 1998 Impac Dublin Literary Award
  • 1999 Franz Kafka-Preis
  • 2002 Carl-Zuckmayer-Medaille
  • 2004 Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung
  • 2005 Berliner Literaturpreis
  • 2006 Würth-Preis für Europäische Literatur und Walter-Hasenclever-Literaturpreis
Veröffentlichungen:
  • Niederungen. Berlin: Rotbuch 1984
  • Barfüßiger Februar. Prosa. Berlin: Rotbuch 1987
  • Reisende auf einem Bein. Berlin: Rotbuch 1989
  • Der Fuchs war damals schon der Jäger. Roman. Reinbek: Rowohlt 1992
  • Herztier. Roman. Reinbek: Rowohlt 1994
  • Hunger und Seide. Essays. Reinbek: Rowohlt 1995
  • In der Falle. Bonner Poetik-Vorlesungen. Göttingen: Wallstein 1996
  • Heute wäre ich mir lieber nicht begegnet. Roman. Reinbek: Rowohlt 1997
  • Der Fremde Blick oder das Leben ist ein Furz in der Laterne. Göttingen: Wallstein 1999
  • Im Haarknoten wohnt eine Dame. Reinbek: Rowohlt 2000
  • Heimat ist das, was gesprochen wird, Blieskastel: Gollenstein 2001
  • Der König verneigt sich und tötet, München. Wien: Hanser 2003
  • Die blassen Herren mit den Mokkatassen. München, Wien: Hanser 2005